Von der Finanzbildung bis zur Kryptowährung - Ein Vortrag an der HAK und HTL Reutte
Heute fand für die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. HAK und der 4. HTL ein Vortrag zum Thema Finanzbildung statt. Als Vortragender konnte Joachim Kranzler gewonnen werden, der einen bewusst kritisch gehaltenen Zugang zum Thema wählte – einen Zugang, wie man ihn in dieser Form eher nicht bei klassischen Bankveranstaltungen hört.
Zu Beginn stand die grundlegende Frage im Mittelpunkt: Was ist Geld eigentlich? Dabei wurde Geld als Wertaufbewahrungsmittel, Recheneinheit und Zahlungsmittel definiert. Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass Geld seinen Charakter nicht aus sich selbst heraus erhält, sondern durch gesellschaftliche Akzeptanz. Historisch betrachtet kann grundsätzlich jedes Gut Geld sein – Geld ist somit weniger ein konkreter Gegenstand als vielmehr eine Eigenschaft eines Gutes.
Anhand verschiedener geldtheoretischer Ansätze wurde erklärt, warum Geld keine hundertprozentige Wertaufbewahrung garantiert und wie Inflation diesen Wert schrittweise verringert. Darauf aufbauend ging es um die Entstehung von Geld, Einlagensicherung, aktuelle Entwicklungen wie digitale Zentralbankwährungen (CBDC) sowie um die Ausweitung der Geldmenge und deren wirtschaftliche Folgen.

Weitere Themen waren Derivate und deren Problematik, ETFs als Anlageform sowie die strukturellen Herausforderungen eines schuldbasierten Geldsystems. Auch die Entstehung und Entwicklung der Inflation während der Corona-Zeit wurde beleuchtet.
Abschließend lag der Fokus auf praktischen Konsequenzen: Sparen allein wurde kritisch hinterfragt, da Geld bei Untätigkeit an Wert verliert. Als möglicher Schutz vor Inflation wurde der langfristige Vermögensaufbau thematisiert – nach dem Prinzip, Geld erst über eine eiserne Reserve hinaus zu investieren, etwa in Sachwerte wie Aktien, Gold oder auch Bitcoin.
Der Vortrag bot somit nicht nur Grundlagenwissen, sondern regte auch zum kritischen Nachdenken über Geld, Wert und finanzielle Entscheidungen an.